Mindestanforderungen Grosskatzen

Mindestanforderungen zur Haltung von Großkatzen

Gutachten 1996

... aus dem Gutachten zur Mindestanforderung der Haltung von Säugetieren 1996

Großkatzen


Raumbedarf
Löwe und Tiger (je Paar + Junge); -> Außengehege mit 40 qm Fläche + 10 qm für jedes weitere Tier,
-> Innengehege mit 25 qm Fläche + 4 qm für jedes weitere Tier.

Leopard, Jaguar, Puma, Schneeleopard, Nebelparder;
(je Paar; Weibchen mit Jungen abgetrennt)
-> Außengehege mit 30 qm Fläche,
-> Innengehege mit 15 qm Fläche,

Gepard (je zwei Weibchen und Männchen; für Weibchen mit Jungen eigenes Gehege erforderlich)
-> Außengehege mit 80 qm Fläche + 10 qm für jedes weitere Tier,
-> Innengehege mit 20 qm Fläche + 5 qm für jedes weitere Tier
-> (je Tier eine Box von 5 qm, Boxen räumlich voneinander getrennt).

Klimatische Bedingungen
Einige Arten und Unterarten (z.B. Irbis, Amur-Leopard, Amur-Tiger, Puma) sind winterhart und benötigen nur trockene, zugfreie Schlafkästen. Für Arten und Unterarten aus warmen Klimazonen sind beheizte Innenräume erforderlich. Temperatur über 15°C.

Gehegeeinrichtung
Im Außengehege teilweiser gewachsener Boden oder Sand, Kratzstäbe und Klettermöglichkeiten erforderlich. Für witterungsgeschützte, erhöhte Liegeplätze ist zu sorgen, Badebecken für Tiger und Jaguar erwünscht.

Gehegebegrenzung
Glatte Wände oder Gitter mit Überhang oder Elektrosicherung, für Löwe und Tiger 4 Meter hoch mit Überhang, für Gepard 2 Meter hoch mit Überhang. Bei allen anderen Arten, Gehege oben geschlossen.
Für Löwe, Tiger und Gepard auch Wassergraben mit ausreichende Sicherheit bietender Aussenkante möglich.

Sozialgefüge
Löwen rudelweise - für Strukturierung des Geheges ist zu sorgen.
Bei Geparden vorzugsweise mehrere Männchen und Weibchen zusammen, Separierung muss möglich sein. Übrige Arten in der Regel paarweise.
Weibchen sollten zur Geburt und während der Aufzucht der Jungen - zumindest zeitweise - getrennt werden können.

Ernährung
Muskelfleisch am Knochen (mit Mineralstoff- / Vitaminzusatz), gelegentlich Innereien und ganze Futtertiere. Wöchentlich ein bis zwei Fastentage möglich.

Fang und Transport
Bei Geparden Fang mit Kescher eventuell möglich, sonst Einfüttern bzw -treiben in die Transportkiste bzw. medikamentöse Ruhigstellung notwendig.
Transportkisten (außer bei Geparden) mit Blech ausschlagen, vorne Gitterschieber mit Vorsteckschieber, hinten geschlossene Schieber.

Gutachten 2014

... aus dem Gutachten zur Mindestanforderung der Haltung von Säugetieren 2014

21.2.1 Gehegeanforderungen
Raumbedarf
Die folgenden Maße gelten für Gehege mit befestigten, drainierten oder anderweitig behandelten Böden. Bei Gehegen mit Naturboden (wie gewachsen) sind die Maße zu verdreifachen. Größere Gehege ermöglichen bei manchen Arten eine Haltung in Kleingruppen, solange ausreichend Abtrennmöglichkeiten vorhanden sind. Es muss die Möglichkeit bestehen, Weibchen zur Geburt und während der Aufzucht der Jungen abzutrennen.

Nebelparder (Neofelis nebulosa)

Außengehege: Mindestens 70 m2 und 3,5 m Höhe bzw. 245 m3 für 1 Tier oder 1 Paar, zeitlich begrenzt unterteilbar in verbindbare Einzelgehege. Bei einer zeitweisen Unterteilung des Geheges oder Abtrennung eines Tieres müssen für 1 Tier mindestens 35 m2 und 3,5 m Höhe zur Verfügung stehen; für jedes weitere erwachsene Tier 35 m2 und 3,5 m Höhe bzw. 122,5 m3 mehr.

Innengehege: Mindestens 15 m2 pro Tier und 3,5 m Höhe bzw. 52,5 m3.

Puma, Jaguar (Panthera onca), Leopard (Panthera pardus), Schneeleopard (Panthera uncia)

Außengehege: Mindestens 100 m2 und 3,0 m Höhe bzw. 300 m3 für 1 Tier oder 1 Paar, zeitlich begrenzt unterteilbar in verbindbare Einzelgehege. Bei einer zeitweisen Unterteilung des Geheges oder Abtrennung eines Tieres müssen für 1 Tier mindestens 50 m2 und 3,0 m Höhe zur Verfügung stehen; für jedes weitere erwachsene Tier 50 m2 und 3,0 m Höhe bzw. 150 m3 mehr.

Innengehege (für Puma, Schneeleopard und Leopardenunterarten aus kalten Klimazonen nicht erforderlich): Mindestens 15 m2 und 2,5 m Höhe bzw. 37,5 m3 pro Tier.

Löwe (Panthera leo), Tiger (Panthera tigris)

Außengehege
: Mindestens 200 m2 für 1 Tier oder 1 Paar, zeitlich begrenzt unterteilbar in verbindbare Einzelgehege. Bei einer zeitweisen Unterteilung des Geheges oder Abtrennung eines Tieres müssen für 1 Tier mindestens 100 m2 zur Verfügung stehen; für jedes weitere erwachsene Tier 100 m2.

Innengehege (für Sibirische Tiger nicht erforderlich): Mindestens 20 m2 und 2,5 m Höhe bzw. 50 m3 pro Tier.

Gepard

Außengehege
: Mindestens 200 m2 für 1 Tier oder 1 Paar, zeitlich begrenzt unterteilbar in verbindbare Einzelgehege. Bei einer zeitweisen Unterteilung des Geheges oder Abtrennung eines Tieres müssen für 1 Tier mindestens 100 m2 zur Verfügung stehen.

Gehegeeinrichtung
Äste oder Baumstämme in geeigneter Dicke zum Klettern, Liegen und Kratzen sind erforderlich. Für Nebelparder sind Baumstämme und Äste so anzuordnen, dass möglichst viele Wege in unterschiedlicher Höhe gelaufen werden können. Je nach Art sind auch Felsaufbauten oder erhöhte Plattformen als Liegeflächen und Ausguck (insbesondere für Gepard) anzubieten. Es sind Sichtblenden, Ausweich- und Versteckmöglichkeiten nötig, die Tiere müssen sich vor den Blicken der Besucher zurückziehen können. Das Außengehege muss zwecks Sonnen- und Regenschutz teilüberdacht sein.

Für Tiger und Jaguar ist eine Badestelle mit 10 m2 Größe erforderlich. Im Außengehege: Naturboden (wie gewachsen) oder geeignetes Substrat, wie Sand oder Rindenmulch oder – auf höchstens einem Viertel der Gehegefläche – planbefestigter Boden. Ruhige, abgedunkelte Wurfboxen sind für die Zucht unabdingbar.
Für Nebelparder sind möglichst auch hoch gelegene Schlafboxen einzurichten.

Puma, Schneeleoparden, Leopardenunterarten aus kalten Klimazonen Sibirische Tiger und Geparden benötigen als Witterungsschutz in der kalten Jahreszeit im Außengehege Schlafboxen,

Geparde je Tier eine räumlich von den anderen Boxen getrennte Schlafbox von 5 m2.

Natürliche Vegetation in einem Teil des Geheges ist als Deckung und Lebensraumbereicherung empfehlenswert.

Gehegebegrenzung
Glatte Wände oder Gitter mit Überhang oder Elektrosicherung, für Löwe und Tiger 4 m hoch, für Gepard 2,5 m hoch. Bei allen anderen Arten in der Regel oben geschlossene Gehege. Für Löwe, Tiger und Gepard sind Trocken- oder Wassergraben möglich, wenn die Außenkante ausreichend Sicherheit bietet.

21.2.2 Klimatische Bedingungen
Einige Arten und Unterarten (z. B. Schneeleopard, Amurleopard (Panthera pardus orientalis), Amurtiger (Panthera tigris altaica), Puma) sind winterhart und benötigen nur trockene, zugfreie Schlafboxen im Außengehege. Für Arten oder Unterarten aus warmen Klimazonen sind beheizbare Innenräume erforderlich, mit Ausnahme des Gepards, für den Schlafboxen im Außengehege ausreichen.

21.2.3 Haltungsansprüche
Sozialgefüge/Vergesellschaftung: Großkatzen sind Einzelgänger mit katzentypischem Territorialsystem mit Ausnahme des Löwen, der im Freiland in Einmännchen-Vielweibchen-Gruppen, teilweise Vielmännchen-Vielweibchen-Gruppen, lebt. Bei allen Arten kommen zumindest zeitweise gleichgeschlechtliche Koalitionen vor, so z. B. Brüder, die sich sogar dann tolerieren, wenn Weibchen in der Nähe sind. Im Zoo ist eine Einmännchen-Vielweibchen-Gruppenhaltung einer paarweisen Haltung vorzuziehen.

Lebensraumbereicherung: Es sollen geruchliche Reize angeboten werden, wie z. B. Kot von verschiedenen Huftieren, Elefanten oder auch von Nahrungskonkurrenten wie Hyänen, oder, sofern eine ausreichender Anzahl von Gehegen vorhanden ist, durch die abwechselnde Nutzung von Gehegen durch mehrere Tierarten (z. B. tagsüber Tiger, nachts Wolf oder Streifenhyäne). Das Einbringen ungewohnter Gegenstände zur Beschäftigung, wie frische Äste, Pappröhren, Papiersäcke, Kartons, Felle von Schafen oder Ziegen, ist empfehlenswert.

21.2.4 Tierbestandsmanagement
Für eine erfolgreiche Zucht bei Geparden ist es erforderlich, die Geschlechter getrennt und ohne Sichtkontakt zu halten. Weibchen sind zur Geburt und während der Aufzucht der Jungen ggf. – zumindest zeitweise – abzutrennen.

21.2.5 Fütterung/Ernährung
Muskelfleisch am Knochen mit Mineralstoff-Vitaminzusatz, gelegentlich Innereien und ganze Futtertiere. Wöchentlich 1-2 Fastentage sind möglich.

21.2.6 Pflege und Betreuung
Mensch-Tier-Interaktionen: Bei jungen Geparden Fang mit Kescher evtl. möglich, sonst Einfüttern bzw. Eintreiben in die Transportkiste oder medikamentöse Ruhigstellung notwendig. Transportkisten (außer für Geparden) mit Blech ausgeschlagen, vorne Gitterschieber mit Vorsteckschieber, hinten geschlossene Schieber.

Tierärztliche Betreuungshinweise: –
Besonderheiten: –

Zum Gutachten aus dem Jahre 2014 gibt es abweichende Auffassungen der Tierschutzverbände sowie der Vertreter zoologischer Einrichtungen, die im Folgenden dargestellt werden:

  • Empfehlung Tierschutz
  • Anmerkungen Zoovertreter

zu 21.2. Großkatzen

Stereotype Laufbewegungen werden hochsignifikant von der Gehegegröße beeinflusst. In Außenanlagen, die kleiner als 200 m2 sind, treten sie häufiger auf als in größeren Anlagen [36]. Zudem treten einige Verhaltensweisen erst ab einer gewissen Raumgröße auf.

Angaben Raumbedarf je Paar oder je Weibchen mit Jungen, für jedes weitere adulte Tier zusätzlich 10% Fläche.

Nebelparder

Außengehege: 200 m2;

Begründung: [3]

Puma, Jaguar, Leopard, Schneeleopard

Außengehege: 500 m2;, Innengehege: 50 m2;

Begründung: [3]

Tiger

Außengehege: 500 m2;

Begründung: [3]

Löwe

Außengehege: 500 m2;

Begründung: [3]

Gepard

Außengehege: 800 m2;

Gehegebegrenzung Wand bzw. das Gitter bei oben offenen Gehegen mind. 3 m hoch

Begründung: [3]; div. Ausbrüche von Geparden in dt. Zoos


Zur Haltung der Großkatzen gab es seitens der Zoovertreter keine Anmerkungen bezüglich abweichender Auffassungen zum Gutachten über die Mindestanforderungen bei der Haltung von Säufetieren 2014!

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren