Katze
1230 Buch der Natur
Musio oder Murilegus oder Cattus heisst die Katze.
Das ist gar ein listig Tier, sagt Jacobus, es sieht so scharf, dass es die Maus in größter Finsternis sieht. Wenn es unkeuscht, so wird es gern wild. Sie kriegen oft gar Streit miteinander, darüber, dass ihresgleichen ihr gewöhnlich Platz behalte zum Mäusefang.
Sie haben langes Haar an den Mäulchen. Wenn sie das verlieren, so werden sie ihrer Kühnheit beraubt. Wenn eine zahme Katze will wild werden, so schneide ihr die Ohren ab, dann fallen ihr die Regentropfen in den Kopf und dann mag sie nicht im Wald bleiben und wird wieder zahm. Die Katze hat ihresgleichen so lieb, dass wenn sie oben an einem tiefen Brunnen sitzt und sieht ihren Schein unten im Wasser, so meint sie es sei dort eine Katze, wie sie und springt willentlich in den Brunnen. Und das geschieht meist, wenn die Katze den Kater sucht in der Brunst, unkeusch ist und am häufigsten jungen Katzen, die sich noch nicht erfahren haben.
1230 - 1244
Magnus, Albertus; Megenberg, Konrad (Übersetzung): Das Buch der Natur: die erste Naturgeschichte in deutscher Sprache von Konrad (von Megenberg) - 1309 bis 1374, Hrsg. Franz Pfeiffer, Verlag von Karl Aue, Stuttgart 1861
1774
Schreber, Johann Christian Daniel: Die Säugthiere, in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen, Fortgesetzt von August Goldfuß und Johann Andreas Wagner, Erlangen, Walther, 17XX. In Fraktur
18xx Die Reiche der Natur
Müller, Anton: Die Reiche der Natur. Ein interessantes naturhistorisches Lesebuch für die erwachsenere Jugend, Verlag Gottfried Vollmer, Hamburg