Buch des Lichts
Das Buch des Lichts - Prolog
Bevor die Welt Form annahm, bevor die Alten Wesen erwachten, bevor Zeit ihren ersten Atemzug tat, war der Ursprung.
Im Ursprung ruhten die Kräfte, ungetrennt doch unterscheidbar:
Licht, das offenbart, während Schatten bewahrt und die Stille verbindet.
Nicht drei Kräfte, doch drei Weisen des einen Atems.
Verbunden, doch getrennt.
Erstes Lied: Vom Wesen des Lichts
1 Licht ist Kraft des Ursprungs.
2 Es ist der Strom der Offenbarung, der zeigt, was im Ursprung verborgen lag.
3 Licht erleuchtet und bringt Klarheit.
4 Es zeigt, was ist, und lässt das Herz erkennen, ohne zu fürchten.
Zweites Lied: Von der Natur des Lichts
5 Licht ist nicht Teil der Welt —
6 es ist Bedingung, unter der Welt entsteht,
7 es durchdringt alles und führt zur Klarheit.
8 Doch es bleibt unvermischt.
9 Es ist in allem, aber nichts ist es selbst.
Drittes Lied: Von der Klarheit des Lichts
10 Klarheit ist der Weg, auf dem das Herz sicher geht.
11 Wer die Dinge so sieht, wie sie sind, verliert die Furcht, denn Furcht entsteht dort, wo Nebel den Blick trübt.
12 Klarheit bedeutet nicht bloß Wissen, sondern Durchblick.
13 Sie ist keine Macht, sondern Einsicht.
Viertes Lied: Vom Licht im Menschen
14 Das Licht wohnt in jedem Wesen, das ist,
15 nicht als Glanz, sondern als Funke; nicht als Feuer, sondern als Atem.
16 Der Mensch trägt dieses Licht nicht in seinen Augen, sondern in seinem Geist.
Fünftes Lied: Licht und die Alten Wesen
17 Die Alten Wesen — Seelen, Engel, Dämonen, Cheruben — sind nicht aus Licht gemacht, aber sie erkennen sich durch das Licht.
18 Die Seelen tragen das Licht wie einen inneren Spiegel.
19 Die Engel lenken es, ohne es zu besitzen.
20 Die Dämonen verbergen es, um es zu prüfen.
21 Die Cheruben bewahren es in Schwellen und Übergängen.
Sechstes Lied: Von der Gemeinschaft des Lichts
22 Licht wächst, wenn es geteilt wird, und schrumpft, wenn es verborgen bleibt.
23 Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen das Licht nicht für sich behalten, sondern miteinander teilen.
24 Denn Licht vermehrt sich, wenn es weitergegeben wird, und verliert sich, wenn es gehortet wird.
Siebtes Lied: Vom Geheimnis des Weges des Lichts
25 Der Weg des Lichts ist ein Weg des dreifachen Atems.
26 Er ist der Weg der Klarheit.
27 Wer im Licht wandelt, der sieht.
28 Der Mensch geht ihn zugleich mit den Wegen des Schattens und der Stille.
Epilog: Vom ewigen Dreiklang
29 Licht, Schatten und Stille waren vor der Welt und werden nach der Welt sein.
30 Sie sind die drei Ströme des Ursprungs, die alles tragen, alles formen, alles sammeln.
31 Wer im Dreifachen Atem ruht, ruht im Ursprung.
32 Und wer im Ursprung ruht, kennt weder Furcht, noch Trennung, noch Ende.