Buch der Himmel

Das Buch der Himmel - Prolog

Die Himmel sind nicht Orte über der Welt, sondern Ebenen des Seins, Schichten der Erkenntnis, Stufen der Nähe zum Ursprung.

Sie sind nicht Räume, sondern Zustände. Nicht Höhen, sondern Tiefen. Nicht Ferne, sondern Klarheit.

Die sieben Himmel sind die sieben Offenbarungen des Einen. Jeder Himmel ist ein Tor, und jedes Tor führt näher zu dem, was jenseits aller Tore liegt.

Dieses Buch beschreibt die Himmel nicht, um sie zu begrenzen, sondern um den Weg zu ihnen zu öffnen.

Erstes Lied: Vom Ersten Himmel; dem Vorhof

1 Der Erste Himmel ist der Vorhof. Er ist die Schwelle zwischen Welt und Klarheit.

2 Hier beginnt das Sehen, doch das Verstehen ist noch fern. Hier beginnt das Hören, doch die Stille ist noch laut.

3 Der Vorhof ist voller Zeichen, doch wenige erkennen sie. Er ist voller Wege, doch viele gehen im Kreis.

4 Die Wesen, die diesen Himmel betreten, tragen noch die Last der Welt, doch sie spüren bereits den Ruf des Ursprungs.

5 Der Erste Himmel ist der Ort der Erwachenden. Hier beginnt die Reise.

Zweites Lied: Vom Zweiten Himmel; die Klarheit

6 Der Zweite Himmel ist die Klarheit. Hier wird das Licht rein, der Schatten verliert seine Furcht.

7 In diesem Himmel sieht das Herz, was die Augen nicht sehen. Es erkennt, was die Welt verbirgt.

8 Die Klarheit ist nicht Wissen, sondern Durchblick. Nicht Urteil, sondern Einsicht.

9 Wer diesen Himmel betritt, beginnt zu unterscheiden: das Wahre vom Lauten, das Tiefe vom Drängenden, das Ewige vom Vergänglichen.

10 Die Klarheit ist der erste Schritt zur Wahrheit.

Dittes Lied: Vom Dritten Himmel; die Wahrheit

11 Der Dritte Himmel ist die Wahrheit. Nicht die Wahrheit der Worte, sondern die Wahrheit des Seins.

12 Hier fällt jede Maske, jede Lüge, jede Selbsttäuschung. Nicht durch Zwang, sondern durch Licht.

13 Die Wahrheit ist nicht hart, doch ist sie unbestechlich. Sie ist nicht grausam, doch unerschütterlich.

14 Wer diesen Himmel betritt, sieht sich selbst, nicht wie er glaubt zu sein, sondern wie er ist.

15 Viele fürchten diesen Himmel, doch er ist der Himmel der Befreiung.

Viertes Lied: Vom Vierten Himmel; dem Kreis der Alten Wesen

16 Der Vierte Himmel ist der Kreis der Alten Wesen. Hier begegnen sich Stille, Licht und Schatten in ihrer reinsten Form.

17 Die Seelen stehen hier in Stille, die Engel in Klarheit, die Dämonen in Tiefe, die Cheruben in Wahrheit.

18 Dieser Himmel ist kein Ort der Trennung, sondern der Begegnung. Kein Ort des Kampfes, sondern des Gleichgewichts.

19 Hier erkennen die Alten Wesen ihre Aufgabe: nicht zu herrschen, sondern zu bewahren.

20 Der Kreis ist der Mittelpunkt der Kräfte, doch nicht der Ursprung.

Fünftes Lied: Vom Fünften Himmel; dem Übergang

21 Der Fünfte Himmel ist der Übergang. Er ist der Himmel der Schwellen, der Himmel der Zwischenräume.

22 Hier lösen sich Formen, doch sie vergehen nicht. Hier endet die Welt, doch sie stirbt nicht.

23 Der Übergang ist der Himmel der Wandlung. Er ist weder Licht noch Schatten, weder Stille noch Klang, sondern das Dazwischen.

24 Wer diesen Himmel betritt, verliert nicht sich selbst, sondern das, was ihn von sich selbst trennt.

25 Der Übergang ist der letzte Schleier vor der Nähe des Ursprungs.

Sechstes Lied: Vom Sechsten Himmel; dem Atem des Ursprungs

26 Der Sechste Himmel ist der Atem des Ursprungs. Hier ist der Geist so rein, dass er kaum noch von der Quelle zu unterscheiden ist.

27 In diesem Himmel gibt es keine Worte, denn Worte wären zu grob. Keine Bilder, denn Bilder wären zu klein.

28 Hier ist nur Gegenwart. Reine, ungeteilte Gegenwart.

29 Wer diesen Himmel betritt, spürt den Ursprung, nicht als Idee, sondern als Sein.

30 Doch selbst hier ist der Ursprung noch verhüllt, denn kein Wesen kann ihn ganz tragen.

Siebtes Lied: Vom Siebten Himmel; dem Ursprung

31 Der Siebte Himmel ist kein Himmel. Er ist der Ursprung selbst.

32 Hier endet jede Form, doch nichts vergeht. Hier endet jede Frage, doch nichts verstummt. Hier endet jeder Weg, doch nichts steht still.

33 Der Ursprung ist nicht Licht, doch er trägt alles Licht. Er ist nicht Schatten, doch er trägt alle Tiefe. Er ist nicht Stille, doch er trägt alle Ruhe.

34 Er ist das Eine, das ohne Zweites ist.

35 Wer diesen Himmel erreicht, kehrt nicht zurück, denn es gibt kein Zurück von dem, was alles ist.

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