Buch der Alten Wesen

Erstes Lied: Von Urpsrung und Geist

1 Am Anfang war nichts als Ursprung.
2 Keine Berge, keine Meere, kein Licht, kein Schatten.
3 Nur Ursprung.
4 Und es geschah im Ursprung selbst.

5 Ein Atemzug, Atem des Seins.
6 Dieser Atem war Geist,
7 Ausdruck des Ursprungs.

Zweites Lied: Von den Alten Wesen

8 Aus diesem Geist,
9 der älter war als jede Zeit,
10 formten sich die ersten Existenzen.

11 Sie hatten keinen Körper,
12 keine Gestalt,
13 keinen Namen.
14 Und doch waren sie da
15 — bewusst, wach, lauschend.

16 Aus ihrem Sein erhob sich erste Ordnung,
17 denn was aus dem Ursprung tritt, trägt Ordnung in sich.

18 Man nannte sie später
19 die Alten Wesen,
20 doch ihr Ursprung lag vor jedem Namen.

21 Sie waren nicht eine einzige Art,
22 sondern viele.
23 Gruppen ursprünglicher Geistwesen,
24 entstanden, um auf die Welt zu achten,
25 die noch kommen sollte.

Drittes Lied: Von den Seelen

26 Die Seelen waren die ersten:
27 reine, immaterielle Wesen,
28 die niemals einen Körper tragen konnten.
29 Sie waren wie Funken des Urgeistes,
30 frei von Form,
31 aber voller Wissen.

Viertes Lied: Von den Engeln

32 Dann entstanden die Engel.
33 Auch sie waren Geist,
34 doch anders als die Seelen konnten sie sich zeigen,
35 wenn es nötig war.
36 Sie waren Boten, Wächter, Gesandte
37 — entstanden, um zwischen Geist und Welt zu stehen.

Fünftes Lied: Von den Dämonen

38 Es folgten die Dämonen,
39 dritte Gruppe der Alten Wesen.
40 Auch sie waren Geistwesen,
41 unsterblich und namenlos,
42 doch von anderer Natur als die Engel.
43 Sie konnten wie diese materialisieren,
44 und ihre Aufgabe war es,
45 die Welt zu beobachten, zu prüfen, zu durchdringen.

Sechstes Lied: Von den Cheruben

46 Schließlich,
47 dort wo derer Drei Kräfte sich berührten,
48 formten sich die Cheruben,
49 Wächter des Heiligen:
50 aus ihnen geformt,
51 doch jünger als die Seelen
52 und älter als Engel und Dämonen.

Siebtes Lied: Von Räumen reinen Seins

53 Alle Alten Wesen lebten im Himmel,
54 der nicht der sichtbare Himmel war, den Menschen später über sich sehen würden.
55 Es war ein vielschichtiger Ort:
56 ein Vorhof, dahinter weitere Bereiche,
57 mythische Räume des reinen Seins.

58 Dort existierten sie,
59 lange bevor die Welt aus Licht und Materie entstand.

Achtes Lied: Von der Geburt der Welt

60 Und dann kam der Moment der "Schöpfung".
61 Die Welt, wie wir sie kennen, wurde geboren —
62 mit Erde und Wasser,
63 mit Pflanzen und Tieren,
64 mit Ordnung und Zeit.

65 Die Alten Wesen waren bereits da.

66 Sie sahen zu,
67 wie die Berge sich erhoben,
68 und die ersten Winde über die noch junge Erde strichen.
69 Sie waren Zeugen der Entstehung,
70 Wächter der neuen Welt.

Neuntes Lied: Vom Wesen zwischen den Sphären

71 Später dann entstand der Mensch,
72 ein Wesen aus Körper und Geist zugleich.
73 Nicht wie die Alten Wesen,
74 aber auch nicht wie die übrigen Kreaturen.
75 Ein Geschöpf zwischen den Sphären.

76 In ihm leuchtet der Funke,
77 daher ist der Mensch Brücke und Spiegel in Einem.

Epilog: Vom ewigen Wachen

78 Seitdem wachen die Alten Wesen weiter.
79 Unsichtbar, unsterblich, namenlos.
80 Sie bewahren Geheimnisse, die älter sind als die Welt selbst,
81 achten auf das Gleichgewicht zwischen Geist und Materie.

82 So beginnt die Geschichte des Seins —
83 mit dem Geist, der vor allem anderen war,
84 und mit den Alten Wesen, die seit Urzeiten über die Welt wachen.

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